5,3 % Spieleinsatzsteuer: Wer sie zahlt und wie sie wirkt
Die Steuer erscheint auf keiner Abrechnung des Spielers — und bestimmt trotzdem mit, wie das deutsche Automatenangebot aussieht.
Seit dem 1. Juli 2021 unterliegen virtuelle Automatenspiele und Online-Poker in Deutschland einer eigenen Steuer. Bemessungsgrundlage ist nicht der Gewinn des Anbieters und nicht der Gewinn des Spielers, sondern der Einsatz. Der Satz beträgt 5,3 %.
Was das konkret bedeutet
Jeder eingesetzte Euro wird besteuert — unabhängig davon, ob er gewonnen oder verloren wird. Bei einem Automaten, der 96 % zurückzahlt, dreht sich derselbe Euro im Schnitt viele Male, bevor er verbraucht ist. Die Steuer fällt bei jeder dieser Runden erneut an.
| Spielstunde (Beispiel) | Wert |
|---|---|
| Spins bei 5 Sekunden Takt | 720 |
| Einsatz je Spin | 1 € |
| Umsatz | 720 € |
| Steuer darauf (5,3 %) | 38,16 € |
Der Spieler bezahlt diese 38,16 € nicht direkt. Er sieht sie nirgends. Abzuführen hat sie der Anbieter — aber sie ist Teil der Kalkulation und wirkt deshalb auf das Angebot zurück.
Wofür die Steuer nicht gilt
- Sportwetten unterliegen einer eigenen Steuer auf den Wetteinsatz.
- Spielbanken und Spielhallen vor Ort werden nach anderen Regeln besteuert.
- Anbieter ohne deutsche Erlaubnis führen sie nicht ab — was ihnen Spielraum für höhere Quoten gibt und zugleich ein Grund ist, warum das Angebot dort anders aussieht.
Und Ihre eigene Steuererklärung?
Die Spieleinsatzsteuer ist eine Steuer des Anbieters. Ob Sie als Spieler Ihre Gewinne versteuern müssen, ist eine völlig andere Frage — und wird überraschend oft verwechselt. Die Antwort steht unter Casino-Gewinne versteuern.